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An Lernmotivation mangelt es in der Cybersicherheit nicht – es ist das Umfeld, das dies erschwert

Wir befragten 135 Führungskräfte und Spezialisten der dänischen Cybersicherheitsbranche zu ihrem Verhältnis zur Kompetenzentwicklung. Die Ergebnisse stellen eine weit verbreitete Annahme in Frage.

86 % haben im Laufe ihrer Karriere an Weiterbildungen oder Fortbildungen teilgenommen, wobei der stärkste Antrieb der Wunsch nach neuem Wissen ist – keine Vorgabe des Arbeitgebers. Es mangelt also nicht an Interesse an beruflicher Weiterentwicklung.

Wie ENISA und ISC2 ebenfalls festgestellt haben, erleben wir in Europa eine zunehmende Fachkräftelücke. Wenn der Wille vorhanden ist, warum werden dann immer noch Kurse wegen geringer Anmeldezahlen abgesagt?

Unsere Daten deuten insbesondere auf eine Erklärung hin: Zeitmangel. Zeitmangel wird deutlich häufiger genannt als Budget, fehlende Unterstützung durch das Management oder Zweifel an der Qualität. Im Arbeitsalltag, der von neuen Bedrohungen, Vorschriften und operativem Druck geprägt ist, gerät die Kompetenzentwicklung schnell in den Hintergrund.

Gleichzeitig sind die zukünftig benötigten Kompetenzen umfassender als rein technische. Sowohl Führungskräfte als auch Fachkräfte benötigen – im Einklang mit dem europäischen Kompetenzrahmen der ENISA – ein stärkeres strategisches Verständnis, Kommunikationsstärke, betriebswirtschaftliches Wissen und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Und wenn die Branche dazulernen muss, sind Präsenzunterricht und praktische Erfahrung eindeutig Online-Selbstlernkursen vorzuziehen. Lernen bedeutet auch Dialog, Austausch und Erfahrung mit anderen Fachleuten.

Die Schlussfolgerung lautet daher nicht, dass es der Branche an Lernbereitschaft mangelt. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, die Kompetenzentwicklung zu einem integralen Bestandteil der Arbeit zu machen – und sie nicht erst dann in den Vordergrund zu rücken, wenn es ruhiger zugeht.

Vielleicht ist das (auch) etwas für Sie?